Warum Relaunches scheitern
Vier Wege, Sichtbarkeit zu verlieren
„Nach dem Relaunch kamen weniger Besucher“ ist der häufigste Satz, den wir zu bestehenden Seiten hören. In fast allen Fällen liegt es an einem dieser vier Punkte, und alle vier sind vermeidbar.
Weiterleitungen fehlen
Alte Adressen laufen ins Leere. Google verliert die Verbindung zwischen dem, was rankte, und dem, was jetzt da ist — und fängt bei null an.
Inhalte werden „aufgeräumt“
Der lange Text, der seit Jahren Besucher bringt, fällt der neuen Gestaltung zum Opfer. Ohne Bestandsaufnahme merkt das niemand vorher.
Kein Vorher-Wert
Ohne Messung vor dem Umzug ist hinterher nicht zu klären, ob der Einbruch am Relaunch liegt oder an der Jahreszeit.
Alles auf einmal
Neue Adressen, neue Struktur, neue Texte, neue Technik im selben Sprung. Wenn es danach schlechter läuft, gibt es vier Verdächtige.
Ablauf
Fünf Schritte, und der wichtigste ist der erste
Bestandsaufnahme
Was steht drin, was rankt, was verlinkt hierher. Bevor irgendetwas ersetzt wird, wird gemessen — sonst weiß hinterher niemand, was der Relaunch gekostet hat.
Inhalte sortieren
Die meisten alten Seiten haben Ballast: Seiten ohne Zugriffe, doppelte Themen, Texte, die niemand mehr verantwortet. Der Relaunch ist der Moment, das loszuwerden.
Neu bauen, parallel
Die alte Seite bleibt online, bis die neue steht. Kein Wartungsfenster, kein Zwischenstand, den Google zu sehen bekommt.
Umziehen mit Weiterleitungen
Jede alte Adresse bekommt ihr Ziel. Das ist der Schritt, an dem die meisten Relaunches Sichtbarkeit verlieren, und der einzige, bei dem man nichts vergessen darf.
Nachmessen
Vier, acht, zwölf Wochen. Rankings, Besucher, KI-Erwähnungen gegen den Stand von vorher — und ein Protokoll, das jede Änderung datiert.
Wohin
Raus aus dem CMS-Zoo
TYPO3 und WordPress sind nicht schlecht — sie sind teuer im Unterhalt. Kern, Theme und ein Dutzend Erweiterungen wollen gepflegt werden, jedes Update kann etwas kaputtmachen, und die Angriffsfläche wächst mit jeder Erweiterung. Das Ziel ist ein Setup, bei dem es nichts zu patchen gibt.
Wenn regelmäßig redigiert wird, hängen wir ein Headless-CMS an: die Redaktion arbeitet dort weiter wie gewohnt, die Seite bleibt technisch unabhängig davon. Fällt das CMS aus, bleibt die Seite online — sie holt ihre Inhalte nicht bei jedem Aufruf.
Barrierefreiheit
Der günstigste Zeitpunkt ist jetzt
Barrierefreiheit nachträglich in eine fertige Seite einzubauen kostet ein Vielfaches davon, sie beim Bauen mitzudenken. Wenn ohnehin ein Relaunch ansteht, ist das der Moment. Wir bauen gegen WCAG 2.2 AA — und sagen dazu: eine förmliche Prüfung durch eine Prüfstelle ist etwas anderes als unsere Umsetzung. Wenn ihr die braucht, gehört das früh in die Planung.
Tastatur und Vorleseprogramm
Jede Funktion ohne Maus erreichbar, Fokus immer sichtbar, Beschriftungen dort, wo ein Vorleseprogramm sie sucht.
Kontraste und Schriftgrößen
Geprüft statt geschätzt, mit Werkzeug im Bauprozess — nicht einmalig vor der Abnahme.
Erklärung und Feedback
Barrierefreiheitserklärung und ein Weg, Barrieren zu melden. Beides verlangt das Gesetz, beides wird regelmäßig vergessen.
Gemessen, nicht geschätzt
Wonach gesucht wird, wenn eine Seite in die Jahre kommt
DataForSEO über die Google-Ads-Schnittstelle, Deutschland, Monatsdurchschnitt über zwölf Monate, Stand 10. September 2026. Rechts der Klickpreis.
Der Ausreißer ist „website optimieren lassen“ mit 74,96 € pro Klick — der höchste Wert im gesamten Umfeld, das wir gemessen haben. Wer so viel für einen Klick zahlt, hat gute Gründe: an einer bestehenden Seite hängt Umsatz.
Unser Werkzeug
PilotphaseGEO Monitor — seht ihr, wie oft ihr in KI-Antworten genannt werdet?
Für Google gibt es die Search Console, für ChatGPT nichts Vergleichbares. Wir messen Nennungen, Wettbewerbsvergleich und die Quellen, auf die sich die Antworten stützen — monatlich, im Verlauf. Aktuell vergeben wir eine begrenzte Zahl an Plätzen.
Werkzeug ansehen →Häufige Fragen
Was vor einem Relaunch gefragt wird
Verlieren wir beim Relaunch unsere Google-Positionen?
Das Risiko besteht, und es ist der Hauptgrund, warum Relaunches scheitern. Vermeiden lässt es sich: Bestandsaufnahme vor dem Umbau, jede alte Adresse bekommt eine Weiterleitung auf das inhaltlich passende Ziel, und die Inhalte, die heute Besucher bringen, bleiben erhalten. Wir messen vorher und nachher, damit die Frage beantwortbar bleibt statt Ansichtssache.
Wir haben TYPO3 / WordPress. Könnt ihr das ablösen?
Ja, das ist der häufigste Fall. Inhalte holen wir über die Schnittstelle oder direkt aus der Datenbank, nicht per Hand. Was danach kommt, hängt davon ab, wie viel redigiert wird: bei viel Redaktion ein Headless-CMS hinter einer Next.js-Seite, bei wenig gar keins. Ein CMS, das niemand benutzt, ist nur Angriffsfläche mit Update-Pflicht.
Was ist mit Barrierefreiheit?
Für viele Unternehmen ist das seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz keine Kür mehr. Ein Relaunch ist der günstigste Zeitpunkt dafür — nachträglich in eine bestehende Seite eingebaut kostet es ein Vielfaches. Wir bauen gegen WCAG 2.2 AA: Tastaturbedienung, Kontraste, Beschriftungen, Fokus. Eine förmliche Prüfung durch eine Prüfstelle ist etwas anderes als unsere Umsetzung; wenn ihr die braucht, sagt es früh.
Wie lange dauert ein Relaunch?
Acht bis zwölf Wochen bei einer üblichen Unternehmensseite, davon ein guter Teil Inhalte. Der Umzug selbst ist ein Tag. Wenn es schneller gehen soll, geht das auf Kosten der Bestandsaufnahme — und die ist der Teil, der die Sichtbarkeit rettet.
Was kostet ein Relaunch?
Niedrig bis mittel fünfstellig, abhängig von Umfang und davon, wie viele Inhalte übernommen statt neu geschrieben werden. Die Bestandsaufnahme bieten wir auch einzeln an: sie liefert eine Liste, was erhalten bleiben muss, und die ist auch etwas wert, wenn ihr danach mit jemand anderem baut.